KÜSTENSCHUTZ AUF SYLT
Wellen klatschen über die Westerländer Promenade, krallen sich ins Rote Kliff vor Kampen, zerren an der Hörnum-Odde, greifen nach den Deichen: Bei jeder Sturmflut ist eindrucksvoll zu erleben, wie schutzlos die schmale Silhouette Sylts den Gewalten der Nordsee ausgeliefert ist. Jeder Sturm, der über Deutschlands bekannteste Insel hinwegtobt, ist nicht nur für Sylter und für die vielen Freunde der Insel ein imposantes und erschreckendes Schauspiel, sondern bedroht auch die Küste des Festlandes. Denn Sylt liegt vor ihr wie ein Wellenbrecher.
Das Land Schleswig-Holstein ist zuständig für die 1200 Kilometer Küstenlinie an Nord- und Ostsee, die durch den erwarteten Anstieg des Meeresspiegels noch stärkeren Angriffen ausgesetzt sein werden. Auf Sylt sind die Aufgaben geteilt: Das Land mit seinem Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz kümmert sich um die Westseite sowie um bestimmte Anlagen an der Ostseite wie Deiche und Deckwerke vor im Zusammenhang bebauten Ortslagen. Für die restliche Ostküste ist der Landschaftszweckverband Sylt (LZV) zuständig, der Küstenschutz-Verband der Sylter Gemeinden.
Sind die 107 Kilometer Sylter Küste ausreichend geschützt?
Für den Moment: Ja. Aber die Initiatoren der Stiftung wollen mehr tun, um Sylt langfristig zu sichern – eine Aufgabe, die angesichts des Klimawandels noch schwieriger wird. Die staatlichen Gelder – im Jahr 2007 waren es 7,2 Millionen Euro nur für die Insel – können nicht alles abdecken, was machbar ist: Es gilt, Forschung, technische Innovationen und neue Küstenschutzideen voranzutreiben. Einheimische, Urlauber und Freunde Sylts können gemeinsam die einmalige Natur der Insel bewahren – mit der Stiftung Küstenschutz.

